Frohes Schaffen in der Schweiz
Die Schweizer Arbeitsbedingungen sind im europäischen Spitzenfeld, die Erwerbstätigen sind mit ihren Jobs zufrieden.
Die Arbeitsbedingungen in der Schweiz sind im europäischen Vergleich sehr gut. 91% der für eine Studie befragten Arbeitnehmer sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Für Deutschland wurde ein Wert von 89% ermittelt und für Österreich 90%.
Die Ergebnisse stammen aus der "Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen", an denen die Schweiz erstmals teilgenommen hat. Die Studie wird alle 5 Jahre in 31 europäischen Ländern durchgeführt, es werden 30.000 Erwerbstätige befragt. Sie umfasst Themen wie Gesundheit, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ältere Erwerbstätige und Weiterbildungsmöglichkeiten.
In Sachen Arbeitszufriedenheit erreichten Norwegen, Dänemark und Grossbritannien aber noch bessere Werte als die Schweiz. Bei den Gesundheitsbeschwerden wie bei den physischen Gesundheitsbelastungen liegen die Schweizer Werte deutlich unter dem europäischen Schnitt. Im Dienstleistungssektor wird vor allem über Rückenschmerzen und Stress geklagt. Ausserdem müsse man ständig gleiche Arm- und Handbewegungen ausführen, was für 42% der Befragten ein Manko war. Weiter gaben 88% der Befragten an, dass sich ihre Arbeitszeiten im Allgemeinen gut oder sehr gut mit familiären oder sozialen Verpflichtungen verbinden lassen.
Im Vergleich unter den Besten
Im Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft zeigte man sich mit dem Abschneiden zufrieden. Direktor Jean-Daniel Gerber freute sich, dass in der Schweiz "gute bis sehr gute Arbeitsbedingungen herrschen und wir uns oftmals im europäischen Vergleich unter den Besten befinden."
Zufrieden war man auch bei den Gewerkschaften. Doris Bianchi, Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, betonte, dass das insgesamt positive Bild der Umfrage die Beschäftigungslage der Schweiz widerspiegle. Eine gute, stabile Beschäftigungslage wirke sich positiv auf die Qualität der Arbeit aus.
Allerdings, auch bei den Eidgenossen ist nicht alles Sonnenschein. Bianchi sagte, dass es insbesondere beim Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, bei der Arbeitsmarktfähigkeit und beim Beschäftigungsverlauf von Frauen Handlungsbedarf gebe. Mit Blick auf die Frauenquote pflichtete ihr auch Gerber bei. Es gebe in der Schweiz vergleichsweise wenig weibliche Führungskräfte.