Über 1.000 offene Stellen bei Schweizer Banken
In der Schweiz sind seit Mitte 2006 mehr als 600 Arbeitsplätze nicht besetzt, weil die richtigen Bewerber fehlen.
Allein die Credit Suisse sucht für ihr globales Netz fast 4.000 neue Mitarbeiter. Die offenen Stellen kommen aus allen Geschäftsbereichen der Bank. Diese Angaben macht Konzernchef Oswald Grübel in der "NZZ am Sonntag". Grübel ist selbst Deutscher und seit mehr als 20 Jahren für die Credit Suisse in der Schweiz tätig.
Auch die UBS, grösste Vermögensverwalterin im Alpenland, sucht dringend neue Mitarbeiter. In der Schweiz sind wie bei der Credit Suisse um die 600 Stellen offen und weltweit werden gegen 5.000 Mitarbeiter gesucht. Es brauche viel Zeit, die richtigen Leute zu finden, erklärte Aufsichtsratschef Marcel Ospel in der "Sonntagszeitung". Dabei laufen die Rekrutierungsbemühungen auf Hochtouren. Vergangenes Jahr hat die UBS allein in der Schweiz 2.000 Personen neu eingestellt, weltweit waren es 5.000 Arbeitskräfte.
Auch bei den kleineren Instituten gibt es Personalbedarf. Die noble Privatbank Julius Bär hat in Zürich 56 offene Stellen. Davon sind 10 Arbeitsplätze im Private Banking und 14 in der IT angesiedelt. Auch im Bereich Operations werden 7 Mitarbeiterinnen für verschiedene Funktionen gesucht. Bei der Zürcher Kantonalbank sind ebenfalls 52 Stellen offen, wie ein Besuch auf der Website der Bank verrät.
Allerdings setzen viele Unternehmen, vor allem jene aus der Industrie, anders als die Banken, nicht immer gleich auf festes Personal. Sie ziehen Zeitarbeiter vor, weil sie dem Aufschwung noch nicht trauen. Ein Sprecher der Technologiefirma Oerlikon sagte der Boulevardzeitung "Blick", dass es falsch sei bei kurzfristigen Auftragsspitzen gleich feste Stellen zu schaffen. Deshalb boomt die Zeitarbeitsbranche. Die Zahl der Temporärarbeiter stieg 2006 um 20% auf einen neuen Rekordstand von rund 260.000 Personen.